Kartenlegen online

Kartenlegen & Tarot

Sich die Karten legen zu lassen gehört bereits seit mehreren Jahrhunderten zu den beliebtesten Methoden, mit denen Menschen versuchen, einen Blick in ihr Schicksal und ihre persönliche Zukunft zu erhaschen. Dabei herrscht oft der Eindruck vor, dass es sich dabei um eine irgendwie übersinnliche Handlung handelt, für die der Kartenleger ganz bestimmte und seltene Fähigkeiten aufbringen muss. Seriöse Kartenleger dagegen sind die Ersten, die der Behauptung entgegentreten, dass es sich beim Kartenlegen um Wahrsagen im eigentlichen Sinne handelt. Zwar berufen auch sie sich auf die Intuition, die entscheidend für das Ziehen und Deuten der Karten sei, aber sie meinen mit Intuition nicht eine göttliche Eingebung irgendeiner Art, sondern ihre eigenen, auf mitunter langjährigen Erfahrungen beruhenden Fähigkeiten.

Bewusstmachen im Dialog

Kartenlegen & Tarot

Diese werden durchaus bestätigt von Seiten der Psychologie, denn wenn Kartenlegen seriös durchgeführt wird, geht es nicht darum einen quasi magischen Blick in die Zukunft zu werfen. Vielmehr dient das Auslegen und Interpretieren der Karten dem Bewusstmachen von sowohl aktuellen als auch latenten Problemfeldern im Leben sowie der eigenen Umgehensweise mit diesen.

Im Dialog mit dem Kartenleger kann der Ratsuchende auf neue Ideen kommen und bislang ungeahnte Problemlösungsstrategien entwickeln, die es ihm durchaus ermöglichen können, die Zukunft positiv zu beeinflussen. Dazu bedarf es natürlich ausgereifter psychologischer Fähigkeiten seitens des Kartenlegers, der nicht nur die direkten Aussagen seines Klienten in die Deutung einfließen lassen kann, sondern durch genaue Beobachtung der Körpersprache und Mimik seines Gegenübers feststellen kann, wo dessen teilweise sogar gänzlich unbewussten Ängste und Hoffnungen liegen.

Selbstreflexion statt Übernatürlichkeit

Auf diese kann der Kartenleger dann gezielt eingehen, so dass bei dem Ratsuchenden der Eindruck entstehen kann, dass diese Informationen in den Karten zu finden seien. Da beim Kartenlegen wie in vielen Bereichen der esoterischen Dienstleistungen eine sehr allgemeingültig gehaltene Sprache benutzt wird, so dass sich die Kunden in den Aussagen wiederfinden und durch sie persönlich angesprochen fühlen, erhalten die Ratsuchenden letztendlich ein Feedback, dass nicht auf den gelegten Karten beruht, sondern auf ihren eigenen Gedanken und Gefühlen zu dem jeweiligen Thema.

Daran ist auch nichts auszusetzen, solange der Kartenleger nicht vorgibt mit irgendwelchen übernatürlichen Mächten in Verbindung zu stehen oder versucht seine Kunden von sich psychisch abhängig zu machen. Oftmals sieht man in einer schwierigen Lebensphase den Wald vor lauter Problemen nicht mehr und benötigt einen Impuls von außen, um sich selbst und sein Handeln kritisch hinterfragen zu können und nötigenfalls neue Wege beschreiten zu können. Diese äußeren Impulse müssen aber nicht zwingendermaßen von einem Seelsorger oder Psychologen kommen; auch die Beschäftigung mit dem Kartenlegen kann für einen neuen Blick auf das Leben und das eigene Selbst sorgen.

Welche Karten eignen sich zum Wahrsagen?

Da die Karten, die zum Legen benutzt werden, keine magischen oder übernatürlichen Eigenschaften aufweisen müssen, können grundsätzliche alle Arten von gekauften oder selbst gestalteten Karten benutzt werden. Entscheidend ist dabei letztendlich nur, dass der Kartenleger sie mit Bedeutung erfüllen und beim Legen sinnvoll miteinander in Beziehung setzen kann, so dass nicht nur ein Erfassen der Fragestellung, sondern auch eine sinnstiftende Deutung möglich ist.

Lege- und Deutungssysteme

Nicht nur für den Anfänger ist dies aber natürlich sehr viel einfacher, wenn auf etablierte und bewährte Wahrsagekarten und die entsprechenden Lege- und Deutungssysteme zurückgegriffen werden kann. Zu diesen ist in großem Umfang Literatur erhältlich, so dass sich auch der interessierte Laie rasch die grundlegenden Kenntnisse im Kartenlegen aneignen kann. Für welche Kartenart man sich letztendlich entscheidet, ist hauptsächlich von der Art der Problemfelder und Fragestellungen abhängig, die man bearbeiten möchte, denn nicht alle Kartenarten sind für alle Bereiche gleich gut geeignet.

Tarot

Das in der Regel 78 Karten umfassende Tarot ist nicht nur das weltweit beliebteste und bekannteste Kartenlegesystem, sondern auch das mit Abstand älteste. Es gibt Vermutungen, dass seine Anfänge zurückgehen bis ins alte Ägypten oder mit der jüdischen Kabbala im Zusammenhang stehen. Erste gesicherte Belege für Kartenspiele, die dem Tarot ähneln, stammen auch aus dem Vorderen Orient, allerdings erst aus islamischer Zeit. In Europa verbreiteten sich Tarotkarten ab dem 14. Jahrhundert, noch bevor die Kunst des Buchdrucks Spielkarten für jedermann erschwinglich machte. Allerdings ist nicht bekannt, wie die ersten Tarotdecks aussahen und wie viele und welche Karten sie umfassten.

Zwei unterschiedliche Kartentraditionen

Vieles spricht dafür, dass zur Entstehung des heutigen Tarots zwei unterschiedliche Kartentraditionen beitrugen, die im Laufe der Zeit miteinander verknüpft wurden. So unterscheidet man beim Tarot beispielsweise zwischen den kleinen und den großen Arkana. Während die insgesamt 56 Karten der kleinen Arkana wie herkömmliche auch zum Spielen verwendete Kartendecks in vier Farben aufgeteilt sind und aus Hofkarten und Zahlkarten bestehen, handelt es sich bei den von 0 bis 21 durchnummerierten großen Arkana um einzelne Symbolkarten, deren Bedeutung und Bildersprache eng an mystische Traditionen der klassischen Antike und des Vorderen Orients angelehnt sind. Darüber hinaus gibt es verschiedene Legesysteme, bei denen nur die kleinen oder nur die großen Arkana verwendet werden.

Große Arkana

Auch bei der Deutung werden die kleinen und die großen Arkana ganz unterschiedlich behandelt. Die Karten der großen Arkana haben jeweils ganz eigene Bedeutungen, die sie von allen anderen Karten unterscheiden. Dabei symbolisiert das jeweilige Kartenbild keine konkrete Person oder Ereignis, sondern vielmehr ein Gedankenkonzept, das spirituelle und philosophische Fragestellungen bedient. Die kleinen Arkana dagegen behandeln mit ihren vier Farben, Münzen, Kelche, Schwerter und Stäbe, die Karo, Herz, Pik und Kreuz beim Skatblatt entsprechen, die vier Grundaspekte des Lebens.

Kleine Arkana

Auch mit den vier Elementen sind die Farben der kleinen Arkana verknüpft. So stehen die Münzen für das Materielle und Irdische sowie das Element Erde, die Kelche für das Gefühlsleben und Luft, die Schwerter für den Intellekt und Wasser und die Stäbe schließlich für die menschliche Willenskraft und die Intuition sowie das Element Feuer. Innerhalb der jeweiligen Farben dienen die Hof- und Zahlenkarten dazu, einzelne Details der Fragestellung näher zu beleuchten oder differenzierte Zusammenhänge aufzuzeigen. Dabei symbolisierend die Hofkarten König, Königin, Ritter und Page meist die handelnden Personen, die Zahlenkarten stehen für Teilaspekte des Geschehens, die bei der Deutung unterschiedlich stark gewichtet werden und Einfluss auf das Gesamtbild haben können.

Weitere Tarotdecks und Deutungsmodelle

Die enorme Komplexität des Tarot hat schon immer eine große Faszination auf Denker, Gelehrte und Philosophen ausgeübt. Viele davon entwickelten schließlich selbst eigene Tarotdecks und Deutungsmodelle. Je nach persönlicher Interessenslage wurde dabei eine Verknüpfung zwischen den Karten und Elementen aus der Kabbala, der Zahlenmystik, der Alchemie und der Astrologie hergestellt.

Zu den bekanntesten dieser Tarotdecks zählen heute noch das Marseille-Tarot, das im 16. Jahrhundert in französischen Alchemisten-Kreisen entstand, das Rider-Waite-Tarot, das von Mitgliedern der esoterischen Gemeinschaft Golden Dawn geschaffen wurde, und das Crowley-Tarot, das aus der Hand des britischen Okkultisten Aleister Crowley stammt. Hinzu kommt heutzutage eine schier unüberschaubare Zahl von Tarotdecks, die sich nicht nur hinsichtlich der künstlerischen Darstellung unterscheiden, sondern teilweise auch auf stark von dem ursprünglichen Tarot abweichenden Lege- und Deutungssystemen beruhen. Selbst Tarotkarten ohne irgendeinen direkten Bezug zur Esoterik, dafür Abbildungen aus dem Bereich der Populärkultur, wie z.B. Katzen oder Star Warst, sind in großer Vielfalt erhältlich. Letztendlich sollte man sich bei der Auswahl eines Tarotdecks von dem eigenen Gefühl leiten lassen, denn das, was spontan am besten gefällt, bietet meist den leichtesten Einstieg in die Thematik. Mit Hilfe von den sowohl online als auch in Buchform leicht erhältlichen Anleitungen kann man auch mit einem eher unkonventionell erscheinenden Tarotdeck problemlos das Kartenlegen erlernen.

Lenormandkarten

Die Lenormandkarten sind benannt nach der französischen Wahrsagerin Marie-Anne Lenormand, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts großer Bekanntheit und Beliebtheit erfreute und diese Karten entwickelt haben soll. Sie erschienen allerdings erstmals erst nach ihrem Tod. Zunächst wurde ca. 1845 das 54 Karten umfassende "Grand Jeu de Mlle Lenormand" als Begleitmaterial zu einer Sammlung von fünf Büchern herausgegeben. Diese behandelten in großer Ausführlichkeit verschiedenste Wahrsageformen aus den Bereichen der Astrologie, Chiromantie und antike und nahöstliche Mystik.

Entsprechend sind auch die Kartenbilder gestaltet, die Bezug nehmen auf die Kabbala und verschiedene Talismane, Sternbilder und auch Szenen aus der griechischen Mythologie zeigen. Zudem sind auf jeder Karte eine Skatkarte im Kleinformat sowie eine Blume abgebildet, die während des Legens gemäß der im Biedermeier entwickelten Blumensprache gedeutet werden kann. Es wird vermutet, dass das Grand Jeu auf ein Tarot-Deck des im 18. Jahrhundert wirkenden Okkultisten Etteilla zurückgeht.

Etwa fünf Jahre später, im Jahr 1850, folgte mit dem Petit Lenormand das heute hauptsächlich verwendete Lenormand-Kartendeck. Es besteht aus nur 36 Karten, die ihren Ursprung im Skatblatt haben. Auch auf den Karten des Kleinen Lenormand sind deshalb die entsprechenden Skatkarten abgebildet. Der Hauptteil des Kartenbildes wird jedoch von einer künstlerischen Darstellung des jeweiligen Kartensymbols eingenommen.

Dabei handelt es sich um sehr individuelle und größtenteils nicht bei anderen Wahrsagekarten zu findende Symbole wie Reiter, Schiff oder Fuchs, wobei zwischen Sachkarten und Personenkarten unterschieden wird. Einige wenige Karten können allerdings je nach Deutungszusammenhang sowohl eine Sache als auch eine Person symbolisieren. Grundsätzlich gilt bei den Lenormandkarten zu berücksichtigen, dass zwar alle Karten eine klar umrissene Grundbedeutung haben, diese sich aber im Zusammenspiel mit den umliegenden Karten stark wandeln und sogar ins Gegenteil verkehren kann. Deshalb darf bei den Lenormandkarten im Gegensatz zu anderen Kartendecks niemals eine Einzelkarte interpretiert werden.

Skatkarten

Die Skatkarten entstanden um 1800 als Weiterentwicklung älterer Kartenspiele, insbesondere der Schafkopfkarten. Auch heute noch lässt sich diese Herkunft bei den Skatspielen mit deutschem oder bayerischem Blatt sehr gut erkennen, das französische Blatt ist allerdings heutzutage deutlich verbreiteter. Als Heimat des Skatspiels gilt die thüringische Stadt Altenburg, wo 1810 die ersten Skatkarten herausgebracht wurden. Ausgehend von Thüringen und Sachsen eroberte das Spiel mit 32 Karten bald den gesamten deutschsprachigen Raum, wo Skat noch heute das beliebteste Kartenspiel überhaupt ist. Da lag es nahe die ohnehin in den meisten Haushalten vorhandenen Skatkarten auch zum Kartenlegen zu benutzen.

Zu diesem Zweck wurden die vier Kartenfarben Karo, Herz, Pik und Kreuz Bedeutungsfeldern zugeordnet. Während Herz, wie es nahe liegt, die Liebe und die Gefühlswelt darstellt, steht Karo wegen seiner Form, die einem Diamanten ähnelt, für alles rund um das Thema Geld und Finanzen. Kreuz oder Treff wird als Abwandlung der Stäbe beim klassischen Tarot gesehen und symbolisiert wie diese Tatendrang und die Kräfte der Veränderung. Und Pik wiederum ist verwandt mir den Schwertern, weshalb diese Karten meist auf Herausforderungen und Probleme hinweisen.

Die einzelnen Karten innerhalb der jeweiligen Farbe stehen für Personen, Ereignisse und Eigenschaften. Wie sie jeweils interpretiert werden können, ist hauptsächlich abhängig von der Farbe der Karte und dem Legesystem. Anders als Tarotkarten haben Skatkarten neben der alltäglichen Verfügbarkeit und des geringeren Umfangs des Kartendecks den entscheidenden Vorteil, dass sie auch von Laien nach kurzer Einarbeitung sehr leicht gelegt und gedeutet werden können. Während Tarotkarten meist sehr ambivalent sind und sich ihre Bedeutung durch den Einfluss von Nachbarkarten sehr verschieben und sogar ins Gegenteil verkehren kann, haben Skatkarten keinerlei Nebenbedeutungen. So können diese Karten mit ihrem klaren Kartenbild auf Fragen auch klare Antworten geben.

Schafkopfkarten

Auch der Vorgänger, des Skatspiels, die Schafkopfkarten, wurden und werden zum Kartenlegen benutzt. Wie beim Skat besteht ein Deck aus 32 Karten in vier Farben, die Bildgestaltung ist jedoch deutlich traditioneller und ähnelt dem deutschen Blatt beim Skat. Hierbei entsprechen die Schellen beim Schafkopf dem Karo beim Skat, die Eicheln dem Kreuz bzw. Treff und das Grün dem Pik. Das Herz ist in beiden Kartenspielen zu finden.

So wie sich der Aufbau der Kartendecks ähnelt, gleichen sich auch Funktion und Bedeutung der jeweiligen Karten, auch wenn sich die Regeln der eigentlichen Kartenspiele inzwischen unterscheiden. Deshalb können bei allen Legesystemen, die auf Skatkarten ausgelegt sind, problemlos auch Schafkopfkarten verwendet werden. Bei der Deutung gilt es lediglich zu beachten, dass der Unter beim Schafkopf, der beim Kartenspielen in der Wertung dem Buben beim Skat entspricht, anders als dieser für eine weibliche Person stehen kann.

Wie die Skatkarten eignen sich Schafkopfkarten beim Kartenlegen mit ihrem klaren Kartenbild und ihren deutlich voneinander abgegrenzten Bedeutungen vor allen Dingen für konkrete Fragestellungen im Alltag und die Deutung von Konflikten und Problemen im näheren persönlichen Umfeld, aber weniger für die Zukunftsschau bzw. die Interpretation längerfristiger Entwicklungsmöglichkeiten.

Kipperkarten

Die Kipperkarten wurden erstmals zum Ende des 19. Jahrhunderts in München herausgegeben. Angeblich gehen sie zurück auf eine Wahrsagerin mit dem Namen Kipper, über die jedoch nichts weiter bekannt ist. Das Deck wurde von Anfang an zusammen mit einem Anleitungsbüchlein kommerziell vertrieben und ist im Wesentlichen unverändert geblieben. Es kam lediglich bei einem Wechsel des Rechteinhabers zu einem Fehler im Herstellungsverfahren, weshalb die Karten lange Zeit spiegelverkehrt gedruckt wurden.

Obwohl seit einigen Jahren wieder die ursprüngliche Version der Karten erhältlich ist, benutzen die meisten Kartenleger noch immer bevorzugt die seitenverkehrten Kipperkarten. Auch eine vollständige Neufassung mit moderner Kartengestaltung ist inzwischen auf den Markt gekommen. Das Grundprinzip der Kipperkarten blieb jedoch auch hier unverändert.

Die 36 Karten, die durchnummeriert sind, haben jeweils eine klar umrissene Bedeutung, die nicht nur in ihrem Namen, sondern auch durch die jeweilige Illustration deutlich gemacht wird. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Personen mit festgelegten Eigenschaften und Funktionen wie z.B. Hauptperson, Guter Herr oder Reiches Mädchen. Ergänzt werden die Personenkarten durch ebenso geradlinige Situations- bzw. Handlungskarten wie beispielsweise Großes Glück, Kurze Krankheit oder Unverhofftes Geld. Natürlich sind auch diese Bedeutungen grundsätzlich offen für Interpretationen.

Je nach Fragestellung oder benachbarten Karten müssen die offensichtlichen Kurzdeutungen zum besseren Verständnis ausgearbeitet und in einen größeren Gesamtzusammenhang gebracht werden. Trotzdem zeichnen sich Kipperkarten im Vergleich zu anderen Wahrsagekarten durch eine sehr übersichtliche Struktur, große Bodenständigkeit und Lebensnähe aus, was sie besonders dann zu einem geeigneten Deutungsinstrument macht, wenn es um Fragen zur alltäglichen Lebenspraxis geht.

Zigeunerkarten

Bei den Zigeunerkarten handelt es sich um ein 36 Karten umfassendes Wahrsage-Deck, das vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich-Ungarn entstand. Auf die Herkunft aus dem damaligen Vielvölkerstaat weisen noch heute die Stichworte auf jeder Karte hin, die in sechs Sprachen, darunter auch Kroatisch und Ungarisch, gehalten sind. Auch die in den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts vorsichtig modernisierten Bilder spiegeln noch deutlich die alte k.-und-k.-Tradition wider.

Trotz der Bezeichnung Zigeunerkarten geht dies Kartendeck nicht auf volkstümliche Vorläufer zurück. Vielmehr wurde der Begriff Zigeuner von Verlegern und Druckhäusern als gleichbedeutend mit Wahrsager und Kartenleger benutzt. Tatsächlich erfreuten sich die Zigeunerkarten vor allem in gehobenen Gesellschaftskreisen großer Beliebtheit, insbesondere bei Frauen aus dem wohlhabenden Bildungsbürgertum. Entsprechend decken die Zigeunerkarten thematisch alle Bereiche rund um Familie, Liebe und Hausstand ab, während berufliche, finanzielle und wirtschaftliche Angelegenheiten kaum eine Erwähnung finden. Dies macht die Zigeunerkarten noch heute zu einem besonders beliebten Wahrsageinstrument, wenn es darum geht, die feineren Herzensangelegenheiten oder komplizierte Familienproblematiken zu ergründen.

Engelkarten

Bei den Engelkarten muss zwischen drei gleichnamigen, aber sehr unterschiedlichen Kartenarten unterschieden werden. Zum einen gibt es verschiedene unter der Bezeichnung Engelkarten vertriebene Kartendecks, die auf herkömmlichen Kartensystemen wie den Zigeunerkarten oder auch den Lenormandkarten beruhen. In diesem Fall umfasst ein Kartendeck in der Regel 36 Karten wie die Vorläuferdecks. Außerdem wurden dabei lediglich die ursprünglichen Symbolbilder gegen Engelsdarstellungen ausgetauscht und die jeweiligen Kartenbezeichnungen verändert, in der Vorgehensweise und der Interpretation beim Kartenlegen unterscheiden sich diese Engelkarten aber nicht wesentlich von traditionellen Wahrsagekarten. Diese Engelkarten können auch von Laien problemlos nach den bekannten und allgemein verbreiteten Legesystemen ausgelegt und interpretiert werden.

Daneben gibt es eine Vielzahl von Engelkarten, die nichts mit den herkömmlichen Wahrsagekarten zu tun haben. Es handelt sich dabei um in den letzten Jahren entstandene Neuschöpfungen, die laut der Angaben der Herausgeber oder Anwender auf persönliche Eingebungen oder Kontakte mit der Sphäre der Engel zurückgehen sollen. Entsprechend vielfältig ist deren Erscheinungsbild, wobei allerdings meist auf traditionelle Engelsdarstellungen zurückgegriffen wird. Auch die Anzahl der Karten pro Deck und die Lege- und Interpretationsregeln sind völlig uneinheitlich. Gemeinsam ist diesen Engelkarten, dass sie sich eher an die spirituelle Seite der Fragesteller wenden und deshalb nur bedingt geeignet sind, wenn es um die Bearbeitung aktueller Probleme geht. Diese Art von Engelkarten findet man besonders häufig bei Internet-Anbietern, bei denen man sich online die Karten legen lassen kann.

Eine ganz andere Art von Wahrsagekarten sind die Engelkarten, die von Kathy Tyler und Joy Drake entwickelt wurden, als diese in der spirituell orientierten Findhorn-Gemeinschaft im Norden Schottlands lebten. Ursprünglich waren diese Karten als Teil des von den beiden Frauen konzipierten Spiels der Wandlungen gedacht, sie entwickelten sich jedoch rasch zu einem beliebten Hilfsmittel, mit dem man seine Persönlichkeit und seine Lebenssituation ergründen kann. Die ursprünglich 52 Karten, die inzwischen auf 72 erweitert wurden, unterscheiden sich sowohl im Format als auch in der Bilddarstellung und Symbolik deutlich von klassischen Wahrsagekarten. Die länglichen Kärtchen fallen insbesondere durch die liebevollen, kindlich-naiven Engelsdarstellungen auf. Auf jeder Engelkarte findet sich außerdem ein Schlüsselwort, das Ausgangspunkt für Gedanken, Fragestellungen und Meditationen ist. Wie das Kartenlegen jeweils durchzuführen ist und wie man diese Engelskarten interpretieren und als Ausgangspunkt eigener spiritueller Gedankenreisen benutzen kann, wird in umfangreichem, in viele Sprachen übersetztem Begleit- und Ergänzungsmaterial erläutert, das der Herausgeber zusätzlich zu den eigentlichen Engelkarten anbietet. Darüber hinaus kann man auf der Website des Verlags kostenlos online Engelkarten ziehen, denen jeweils eine kurze Erläuterung hinzugefügt ist.

Mondorakelkarten

Wie die Engelkarten sind auch die Mondorakelkarten eine vergleichsweise junge Erscheinung. Die meist 48 bis 60 Karten umfassenden Decks versuchen, die unterschiedlichen Mondphasen und Himmelskonstellationen nachzubilden und für die Deutung anstehender Ereignisse nutzbar zu machen. Häufig werden die Mondorakelkarten dabei auch in einen astrologischen Zusammenhang gestellt, weshalb sie besonders für Menschen interessant sind, die sich mit Horoskopen und deren Interpretation beschäftigen. Besonders vielschichtig kann dabei die verwendete Symbolsprache sein, die oft auf jahrhundertealte Himmelsdeutungstraditionen Bezug nimmt. Je nach Herausgeber können sich die Mondorakelkarten allerdings sowohl im Kartenbild als auch im Legesystem deutlich voneinander unterscheiden. Da aber den meisten Kartendecks eine ausführliche Ableitung beigefügt ist, lässt sich das Kartenlegen mit Mondorakelkarten leicht erlernen. Auch online gibt es verschiedene Angebote, mit denen man die Mondorakelkarten für sich nutzen kann.

I-Ging-Karten

Die I-Ging-Karten beruhen auf einem alten chinesischen Orakel, dem I-Ging. Dieses gehört zu den ältesten Wahrsagetechniken der Menschheit und entstand vermutlich bereits vor mehr als 3000 Jahren. Ursprünglich wurden dafür unterschiedlich lange Stückchen Schachtelhalm oder kleine Kupfermünzen benutzt, die nach der Formulierung einer Fragestellung jeweils sechsmal hintereinander geworfen wurden. Die Ergebnisse der Würfe wurden dann in Form von durchgezogenen bzw. unterbrochenen Linien notiert, so dass die sogenannten Hexagramme entstanden, die heute auf den I-Ging-Karten zu sehen sind. Entsprechend der Anzahl der möglichen Hexagramme umfasst ein Kartendeck 64 Karten. Die Bedeutungen der einzelnen Hexagramme wurden in dem "Buch der Wandlungen" überliefen und sind tief verwurzelt in der traditionellen chinesischen Philosophie. Um westlich sozialisierten Menschen den Zugang zu erleichtern, werden deshalb bei vielen I-Ging-Kartendecks die Hexagramme durch Symbole und Darstellungen ergänzt, die sich auf die jeweilige Bedeutung beziehen und so eine Interpretation erleichtern.

Kartenlegen im Detail

Beim Kartenlegen gibt es einige weit verbreitete Muster und Systeme, die von vielen Kartenlegern genutzt werden. Letztlich kommt es aber bei allen auf die richtige Interpretation an, für die vor allem Erfahrung notwendig ist. Erfahrung hilft auch dabei, die richtigen Fragestellungen auszuwählen, um dem Ratsuchenden auch tatsächlich weiterhelfen zu können.

Bedeutungen der Einzelkarten

So unterschiedlich die verschiedenen Kartendecks auch aussehen mögen, so haben sie doch auch viele Gemeinsamkeiten, die sich in der Bedeutung der einzelnen Karten widerspiegeln. Nicht nur die Skatkarten, sondern auch viele andere Kartendecks und sogar die kleinen Arkana beim Tarot basieren beispielsweise auf einem System mit vier Farben, die wiederum in sogenannte Hofkarten und Zahlenkarten unterteilt sind.

Hofkarten

Mit Hofkarten sind die Bildkarten wie König, Dame und Bube und auch das Ass gemeint, die beim Kartenlegen meist die Hauptakteure in einer bestimmten Situation repräsentieren. Daneben symbolisieren die Hofkarten auch grundlegende Prinzipien. So ist der König mitunter auch Hinweis auf dominantes Verhalten, die Königin gibt Aufschluss über Emotionales, der Bube kann ein Hinweis auf Unerfahrenheit sein und das Ass bringt Einzigartigkeit zum Ausdruck.

Zahlenkarten

Die Zahlenkarten dagegen stehen für unterschiedliche Aspekte, die im Gesamtzusammenhang wichtig werden können, oder zusätzliche Detailinformationen. Die jeweilige Bedeutung ist dabei eng an die Zahlenmystik angelehnt. So ist die Sieben beispielsweise die Zahl für den Menschen, die Acht weist auf die Unendlichkeit hin und die Neun und die Zehn stehen für Weiterentwicklung bzw. Vollendung.

Kartenfarben

Die vier Kartenfarben entsprechen den vier Grundbereichen des Lebens, die sich in der Symbolik der Karten wiederfinden. Das Herz ist dabei auch für Laien offensichtlich ein Symbol für das Gefühlsleben des Menschen. Im Karo kann man die Form eines geschliffenen Diamanten erkennen, weshalb diese Farbe den Finanzen und anderen materiellen Dingen zugeordnet ist. Da sich das Pik aus den Schwertern des Tarot entwickelt hat, liegt es nahe, dass diese Farbe nicht nur für Herausforderungen, sondern auch für Probleme und Widrigkeiten im Leben steht. Das Kreuz dagegen lässt heute nur noch im Französischen, wo es übersetzt Kleeblatt genannt wird, erkennen, dass es sich das wachstums- und Lebensprinzip schlechthin darstellt und deshalb häufig als Tatendrang oder Veränderung interpretiert werden kann. Im Zusammenspiel von Kartenfarbe und Kartenwert lassen sich auch komplexe Situationen gründlich deuten.

Andere Systeme

Die Bedeutung von Karten zu erfassen, die nicht auf einem System aus Kartenfarben und Kartenwerten basieren, ist natürlich ungleich schwieriger und erfolgt weniger intuitiv, da jeder einzelnen Karte eine individueller Symbolgehalt zugeordnet ist. Dies gilt insbesondere für die großen Arkana des Tarot, aber genauso auch für klassische Lenormandkarten oder moderne Engelkarten.

Neben der scheinbar offensichtlichen Bedeutung, die das Kartenbild vermitteln mag, geben die Karten meist erst während der Deutung im Gesamtzusammenhang ihre tieferen Informationen preis. So kann im Tarot der Tod natürlich auch tatsächlich für einen Todesfall stehen, in der Regel aber deutet diese Karte viel mehr auf eine Veränderung, einen Verlust oder einen Loslösungsprozess hin. Auch die Liebenden müssen nicht zwingendermaßen Hinweis auf eine Liebesbeziehung sein, es kann sich auch um eine innige Verbindung oder eine persönliche Leidenschaft handeln.

Besonderes Augenmerk muss man speziell beim Tarot auf Karten legen, die Kopf stehend gelegt wurden, da dies ihre ursprüngliche Bedeutung ins Gegenteil verkehren kann. Für den Anfänger erschwert dies alles natürlich den Einstieg ins Kartenlegen. Mit einer gewissen Übung lassen sich aber auch bei komplizierteren Kartendecks bald die inneren Zusammenhänge erfassen und bei der Deutung umsetzen.

Legemuster

Je nach Fragestellung und Komplexität des Themas kommen beim Kartenlegen einfachere oder umfangreichere Legesysteme zur Anwendung. Auch das verwendete Kartendeck hat einen Einfluss darauf, welches Legesystem verwendet kann. Für die einfacheren Legemuster eignen sich aber in der Regel fast alle der im Handel erhältlichen Wahrsagekarten. Voraus geht immer ein gründliches Mischen der Karten, oft verbunden mit zweimaligem Abheben von Kartenstapel.

Einzelne Karte

Im simpelsten Fall wird aus dem Kartenstapel eine einzelne Karte als Hinweis für den kommenden Tag oder einen anderen vorher festgelegten Zeitraum gezogen. Anhand dieser Karte kann das Hauptthema gefunden oder die Fragestellung eingegrenzt werden. Wenn man die zeitlichen Entwicklungsaspekte einer Angelegenheit näher beleuchten möchte, kann man nacheinander aus dem Stapel auch drei Karten ziehen, die jeweils für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen. Im direkten Kontakt mit einem Ratsuchenden wird dies meist in Verbindung mit dem Abheben gemacht. Der Klient teilt eigenhändig das Kartendeck in drei Stapel, so dass die jeweils oben liegenden Karten zur Deutung der zeitlichen Dimension einer Situation genutzt werden können.

Kreuz

Das einfachste Legemuster im eigentlichen Sinn ist das Kreuz, für das vier Karten gezogen werden und kreuzförmig ausgelegt werden. Die links platzierte Karte umreißt die Fragestellung, während die links platzierte aufzeigt, welches der falsche Lösungsweg für das vorliegende Problem wäre. Der richtige Lösungsweg wird angezeigt von der Karte, die in der Mitte oben liegt. Die untere Karte wiederum gibt einen Hinweis auf das mögliche Ergebnis der gegenwärtigen Situation. Dieses Legebild kann auf fünf Karten erweitert werden, so dass in der Mitte des Kreuzes drei Karten senkrecht übereinander liegen. In diesem Fall findet sich die Ausgangslage oder der Kern des Problems in der Mitte. Die links liegende Karte gibt dagegen Auskunft über Ursachen, die in der Vergangenheit zu dem heute vorliegenden Problem geführt haben.

Keltisches Kreuz

Etwas komplexer ist das keltische Kreuz, das zu den beliebtesten Legesystemen gehört. Dabei werden zunächst zwei Karten so übereinander gelegt, dass die untere senkrecht, die obere aber waagerecht liegt. Über und unter diesen beiden gekreuzten Karten sowie links und rechts davon wird jeweils eine weitere Karte platziert. Schließlich werden rechts neben dem so gebildeten Kreuz in senkrechter Linie vier zusätzliche Karten ausgelegt, wobei unten begonnen wird. Die als erste ausgelegte Karte in der Mitte des Kreuzes beschreibt das Thema, das in der Sitzung behandelt werden soll, was in negativer oder positiver Weise darauf einwirkt, wird von der darüber liegenden Karte erfasst. Die oberste Karte des Kreuzes beschreibt, was dem Ratsuchenden bereits bewusst ist und eventuell als Problem wahrgenommen wird.

Die unbewusste Seite der Angelegenheit kommt dagegen in der ganz unten liegenden Karte des keltischen Kreuzes zum Ausdruck. Die Karten links und rechts erläutern die zeitliche Dimension des Ganzen, wobei die linke für die Vergangenheit und die rechte für die nahe Zukunft steht. Schließlich werden die senkrecht neben dem eigentlichen Kreuz liegenden Karten gedeutet. Von der untersten Karte ausgehend werden zunächst die innere Einstellung des Ratsuchenden zu der Problematik sowie die äußeren Einflüsse beleuchtet, bevor die Hoffnungen und Ängste bezüglich der Zukunft dem tatsächlich zu erwartenden Endergebnis gegenübergestellt werden.

Astrologischer Kreis

Einen besonders guten Überblick über die augenblickliche Situation bildet auch der astrologische Kreis, der sich besonders für Tarotkarten eignet. Wie der Name schon sagt, werden dabei zwölf Karten kreisförmig ausgelegt, wobei man links beginnt und die folgenden Karten gegen den Uhrzeigersinn legt. Die Karten des astrologischen Kreises sind den Häusern im klassischen Horoskop zugeordnet und werden entsprechend interpretiert. So steht beispielsweise die zweite Karte für Finanzen und die siebte für Partnerschaft. Dieses Legemuster eignet sich deshalb besonders für Fortgeschrittene, die auch über fundierte astrologische Kenntnisse verfügen.

Große Tafel

Für detaillierte Deutungen und bei komplexen Fragestellungen kann die Große Tafel zum Einsatz kommen. Besonders geeignet sind dafür neben den klassischen Skatkarten Lenormandkarten, Zigeunerkarten und Kipperkarten, es können aber grundsätzlich alle Arten von Wahrsagekarten dafür benutzt werden. Bei diesem äußerlich unscheinbaren Legesystem werden nach gründlichem Mischen alle Karten eines Decks in vier gleich langen Reihen übereinander ausgelegt. Dabei ist jeder Position eine Funktion in einem Häusersystem zugeordnet, so dass im Zusammenspiel der Bedeutung der jeweiligen Karte mit ihrer Lage im Häusersystem und der Wechselwirkung mit benachbarten Karten äußerst tiefgründige Aussagen gemacht werden können. Dieses Legesystem eignet sich aufgrund seiner Aufwändigkeit und Detailfülle nur für sehr erfahrene Kartenleger.

Interpretation von Kartenkombinationen

Von wenigen Ausnahmen abgesehen steht eine Karte nie für sich alleine, sondern muss im Zusammenhang mit den ihr benachbarten Karten interpretiert werden. Wie auch im Alltagsleben können verschiedenste Einflüsse von innen und außen einer Handlung oder einer Situation ihren Stempel aufdrücken, so dass die ursprüngliche Bedeutung verstärkt oder abgeschwächt oder sogar in ihr Gegenteil verkehrt werden kann. Deshalb ist es bei Kartenlegen wichtig zunächst die Grundproblematik oder die Fragestellung klar zu umreißen, auch um sich selbst bzw. dem Ratsuchenden bewusst zu machen, was von Wichtigkeit ist und Berücksichtigung finden muss.

Dann sollte eine sorgfältige Betrachtung der jeweiligen Einzelkarten erfolgen, um sich deren Grundbedeutung vor Augen zu führen. Schließlich müssen die Karten in Relation zueinander gesetzt werden. Dabei ist neben Intuition auch sehr viel Lebenserfahrung und Menschenkenntnis notwendig, da vielfältige Einflüsse in Vergangenheit und Zukunft berücksichtigt werden müssen. Schon kleine Ereignisse oder scheinbar unwichtige Personen können sowohl im Leben als auch beim Kartenlegen dem Gesamtbild eine ganz neue Färbung geben. Hilfreich ist es dabei, wenn man auf bewährte Kartendecks und Legesysteme zurückgreift. Dankt vielfältiger Informationen in der entsprechenden Literatur und im Internet muss man hier nicht bei Null beginnen und muss sich die eigenen Grundlagen schwer erarbeiten, sondern kann sich auf die Erfahrungen und Erkenntnisse früherer Generationen stützen. So lassen sich dann auch komplexe Legebilder mit einer Vielzahl von Karten zusammenhängend und sinnstiftend deuten.

Psychologische Tricks

Um für andere Menschen die Karten legen und deuten zu können, benötigt man sehr viel psychologisches Gespür und Lebenserfahrung. Bereich im Vorgespräch kann man natürlich erste Hinweise erhalten, wo die persönlichen Schwierigkeiten und Probleme des Ratsuchenden liegen. Sehr viel aufschlussreicher können aber jedoch Mimik und Körpersprache sein. An ihnen lässt sich für ein geschultes Auge leicht ablesen, auf welche Themenfelder der Mensch besonders empfindlich oder auch mit erhöhter Aufmerksamkeit reagiert. Hier liegen dann meist die Schmerzpunkte des Ratsuchenden bzw. seine Hoffnungen und Wünsche, die er sich eventuell selbst gar nicht bewusst wird. Auch aus den Reaktionen kann man oft sehr viel mehr heraushören, als eigentlich gesagt wird.

Im Verlaufe des Kartenlegens kann dann auf diese Punkte intensiver eingegangen werden und die Deutung den Reaktionen des Klienten angepasst werden. Wichtig ist es dabei, die Aussagen zunächst bewusst allgemeingültig zu halten. Wie aus der psychologischen Forschung bekannt ist, erkennen sich selbst eigentlich skeptische Menschen in vermeintlich individuellen Persönlichkeitsbeschreibungen als hervorragend charakterisiert wieder, auch wenn diese aus Aussagen zusammengesetzt sind, die mehr oder weniger auf alle Menschen zutreffen.

Dieser Automatismus wird Barnum-Effekt genannt und kann auch beim Kartenlegen nutzbringend eingesetzt werden. Solange dies nicht in betrügerischer Absicht geschieht, ist dagegen auch nichts einzuwenden, denn durch das Eingehen auf die jeweiligen Reaktionen des ratsuchenden und positive Verstärkung dessen eigener Gedanken und Wünsche, kann durchaus eine Bewusstwerdung von Problemen und Zielen eingeleitet werden, die den Klienten auf seinem persönlichen Lebensweg weiterbringt.

Fragestellungen zu Beruf und Karriere

Die meisten Fragestellungen, die beim Kartenlegen angesprochen werden, beziehen sich auf einen von vier Grundproblematiken des Lebens: Beruf, Partnerschaft, Gesundheit oder Finanzen. Dabei beschäftigen die Ratsuchenden oft ähnliche Probleme. Im Bereich Beruf und Karriere ist dies meist die Frage nach dem richtigen Berufszweig für die jeweilige Person bzw. eine mögliche berufliche Veränderung sowie die Frage, warum die Karriere nicht so vorankommt, wie es wünschenswert wäre. Hier gilt es zunächst mit Hilfe der Karten herauszufinden, welche Stärken und Schwächen der Fragesteller hat, welche persönlichen Neigungen und Fähigkeiten er mitbringt und dies mit dem gewünschten oder bereits gewählten Beruf zu vergleichen.

Dabei kann man nicht selten feststellen, dass viele der beruflichen Schwierigkeiten daher rühren, dass die Voraussetzungen, die der Mensch mitbringt, und seine Hoffnungen und Wünsche nicht mit dem tatsächlich ausgeübten Beruf übereinstimmen. Im Verlaufe einer Sitzung kann man auch herausfinden, ob es am Arbeitsplatz Kollegen oder Vorgesetzte gibt, die einem Steine in den Weg legen, oder sonstige Probleme, die die Arbeit und die Karriere behindern. Anhand der Karten kann man dann Problemlösungsstrategien entwickeln, um im beruflichen Alltag besser zurechtzukommen, oder sogar neue Zukunftsperspektiven entdecken.

Fragestellungen zu Liebe und Partnerschaft

Nichts beschäftigt die Menschen so sehr wie die Liebe. Deshalb wurden auch beim Kartenlegen ganz eigene Kartendecks und Legesysteme entwickelt, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen. Aber auch mit den herkömmlichen Wahrsagekarten lässt sich herausfinden, woran es liegen mag, wenn man immer noch keinen Partner gefunden hat oder es mit dem vorhandenen Partner zu schwerwiegenden Problemen kommt. Selbst Vertrauensbruch und Betrug können sich im Zusammenhang mit einer Deutung der Karten sichtbar werden. Durch die Interpretation der Karten kann der Kartenleger dem Ratsuchenden bewusst machen, wo seine bislang ungeahnten Wünsche und Schwächen liegen und welche Probleme er angehen muss, um zu einem glücklichen Liebesleben zu kommen. Selbstverständlich gilt dies im weiteren Sinne auch für andere Freundschaften und Beziehungen sowie das Zusammenspiel der einzelnen Mitglieder einer Familie. Gerade länger andauernde Konflikte lassen sich nur lösen, wenn man sich mit der Hilfe eines Außenstehenden oder auch nur für sich alleine mit dem Kartenlegen die Grundproblematik klar vor Augen führt und neue Lösungsstrategien entwickelt.

Fragestellungen zur Gesundheit

Wie schon der bekannte Philosoph Schopenhauer sagte, ist Gesundheit nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Gerade wenn die Gesundheit bereits längere Zeit beeinträchtigt ist und die Schulmedizin nicht wirklich helfen kann, suchen viele Menschen nach unkonventionellen Mitteln und Wegen abseits der ausgetretenen Pfade, um wieder zur körperlichen und geistigen Einsatzfähigkeit zu kommen. Auch Kartenlegen kann dabei helfen einen positiven Weg aus der Krankheit heraus einzuschlagen. Natürlich können die Karten keine Krankheitserreger beseitigen oder körperliche Gebrechen heilen. Mit ihrer Hilfe können sich aber Ratsuchende bewusst machen, wo sich in ihrem Alltag vielleicht ungute Angewohnheiten eingeschlichen haben, die einem Leben in Gesundheit im Wege stehen. Bei schweren oder chronischen Erkrankungen dagegen ermöglichen es die Karten sein persönliches Schicksal anzunehmen und zu erkennen, dass man auch mit eingeschränkten Möglichkeiten immer noch versuchen kann, das Beste aus seinem Leben zu machen. So kann man dann auch trotz Krankheit sehr viel Lebensfreude zurückgewinnen.

Fragestellungen zu Finanzen

Bei vielen Menschen stellt das leidige Thema Geld eine große Belastung im Alltag dar. Angesichts der Wirtschaftslage und den schwerwiegenden Veränderungen in der heutigen Welt macht sich oft auch abseits akuter Geldprobleme die Angst breit, dass die finanzielle Zukunft nicht gesichert ist. Dabei verstellen die eigenen Sorgen und Befürchtungen leicht den Blick auf die tatsächlichen Gegebenheiten. Der Blick in die Karten kann dabei helfen sich einen Überblick über die finanzielle Gesamtsituation zu verschaffen und scheinbar feststehende Notwendigkeiten zu hinterfragen. Manchmal sind Ausgaben, die unabwendbar erscheinen, gar nicht auf logisch zwingende Umstände gegründet, sondern beruhen auf unbewussten Entscheidungen, die mit unseren ganz eigenen Vorlieben und Erfahrungen zusammenhängen.

Auch bleiben uns manchmal Geldquellen verschlossen, weil innere Widerstände uns daran hintern die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Oder wir neigen zu unwirtschaftlichem Verhalten, weil wir uns wegen Problemen in anderen Lebensbereichen an unschönen Tagen gerne mit etwas Schönem belohnen wollen. Auch wenn man finanziell erfolgreich ist, bleibt es mitunter nicht aus, dass man Täuschungen aufsitzt. So kann es, wenn man ein Unternehmen leitet, z.B. leicht geschehen, dass einem die Angestellten um des Betriebsfriedens willen nur nach dem Mund reden oder wichtige Informationen vorenthalten. Um solche schädlichen Strukturen sichtbar zu machen, eignet sich das Kartenlegen hervorragend, da die Beschäftigung mit den Karten neue Impulse geben kann, die zu einem alternativen Umgang mit dem Thema Finanzen und den damit im Zusammenhang stehenden Menschen führen können.

Karten legen lassen

Schon lange muss man professionelle Kartenleger nicht mehr in den hinteren Ecken schmuddeliger Jahrmärkte suchen und auch der Besuch bei einem Kartenleger zu Hause ist nicht mehr unbedingt notwendig. Wer möchte, kann sich heutzutage durchaus auch mit Hilfe der modernen Medien die Karten legen lassen.

Kartenlegen vor Ort

Sich von einem Wahrsager vor Ort die Karten legen zu lassen, ist mit Sicherheit die traditionellste Methode. Trotzdem wird diese mit Sicherheit nie unmodern werden, da viele Menschen den direkten Kontakt zum Kartenleger und die menschliche Ansprache beim Kartenlegen selbst zu schätzen wissen. Wie in früheren Zeiten erfährt man von guten und erfahrenen Kartenlegern noch heute oft per Mundpropaganda, wenn Freunde oder Verwandte mit diesem entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Wem bereits einmal von einem Kartenleger in einer schwierigen Zeit oder bei einem persönlichen Problem geholfen wurde, empfiehlt ihn gerne weiter, wenn andere in einer ähnlichen Lage sind und Hilfe benötigen.

Daneben schalten traditionell von zu Hause aus arbeitende Kartenleger auch Anzeigen in Lokalzeitungen und ähnlichen Publikationen. Von Vorteil ist bei der persönlichen Konsultation, dass man sich leicht selbst einen Eindruck von dem Kartenleger verschaffen kann, nicht nur, um dessen Seriosität einschätzen zu können, sondern auch, weil eine gewissen Sympathie es leichter macht sich mit Fragen zu persönlichen Problemen an einen Fremden zu wenden.

Kartenlegen am Telefon

Sich die Karten am Telefon legen zu lassen bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, angefangen damit, dass man keine langen Wege in Kauf nehmen muss, um sich beraten zu lassen, sondern die Konsultation ganz bequem vom eigenen Zuhause aus durchführen kann. Dies erspart zudem die Kosten für die Anreise. Außerdem fällt es vielen Menschen, die Probleme besprechen wollen, sich einem gänzlich Fremden von Angesicht zu Angesicht zu öffnen. Das Telefon bietet dabei eine gewisse Anonymität, in deren Schutz auch als peinlich empfundene Dinge angesprochen werden können. Gleichzeitig kann aber durch das Hören der Stimme des Kartenlegers ein echter menschlicher Kontakt entstehen, so dass sich der Fragesteller angesprochen und angenommen fühlen kann.

Kartenlegen in Fernsehsendungen

Bereits seit vielen Jahren erfreuen sich Fernsehsendungen großer Beliebtheit, in denen live Karten gelegt werden. Nachdem entsprechende Angebote zunächst eher im Vormittags- oder Nachtprogramm zu finden waren, gibt es inzwischen ganze Fernsehsender, deren Geschäftskonzept die Lebensberatung und die Vermarktung verschiedenster Dienstleistungen aus dem Esoterikbereich ist. Davon abgesehen eignet sich das Medium Fernsehen nicht unbedingt dafür, persönliche Probleme und Fragen ausführlich zu besprechen, da das Kartenlegen letztendlich immer vor einer zwar unsichtbaren, aber doch vorhandenen Öffentlichkeit stattfindet.

Kartenlegen im Internet

In den letzten Jahren ist die Zahl der Webseiten sprunghaft angestiegen, auf denen man sich online die Karten legen lassen kann. Die Aufmachung und Qualität dieser Seiten ist höchst unterschiedlich; das Spektrum reicht von reinen Spaß-Angeboten über billig gemachte Seiten, bei denen ein Zufallsgenerator die Karten auswählt, bis hin zu Portalen professioneller Kartenleger, die ihre Beratertätigkeit auf das Internet ausgeweitet haben, daneben aber auch noch per Telefon oder persönlich kontaktiert werden können.

Immer mehr professionelle Kartenleger bieten über das Internet kostenlose Kennenlernangebote an. Wenn man mehr als ein bisschen Zeitvertreib sucht und an einer gründlichen und persönlichen Beratung interessiert ist, sollte man sich nicht scheuen, auch mehrere dieser Angebote in Anspruch zu nehmen, bis man den für sich passenden Kartenleger gefunden hat. In einem solchen Fall ist es auch durchaus möglich, online eine genauso vertrauensvolle Beziehung zu dem Berater aufzubauen wie mit einem Kartenleger vor Ort.

Mehr zum Thema