Geistiges Heilen Deutschland

Gesetzliche Situation der Heiler in Deutschland

Spirituelle Heilung als Beruf ist in Deutschland erst seit zehn Jahren legal. Übung für spirituelle Heilung, ganzheitliches Coaching und innere Kinderarbeit. Worin besteht die Essenz der Heilung? Der Autor und Gründer des Aquamarin Verlags, Peter Michel, nennt wesentliche Aspekte der Heilung - und gibt einen Überblick über die Entwicklung der spirituellen Heilung in Deutschland. Spirituelle Heilung vs.

Spirituelle Heilung * Aktivierung der Selbstheilungskräfte * Kompetenz * Fernheilung * Ute Friedericke Schönborn * Mittel * Schweiz * Deutschland.

Rechtslage der Heiler in Deutschland

Glücklicherweise existiert die rechtliche Grenzzone, in der sich Heilpraktiker bis vor der grundsätzlichen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2004 befanden, nicht mehr in diesem Umfang. Bereits vor der grundsätzlichen Entscheidung aus der Karlsruher Stadt war die Deutsche Gesellschaft für Heilkunde e. V. (Stichwort: Quacksalber) daran mitverantwortlich.

Eine weitere Qualitätssäule der Deutschen Gesellschaft für Heilkunde e. V. ist die kontinuierliche Qualifizierung von Heilpraktikern und Lehrkräften. Seit dieser grundsätzlichen Entscheidung ist es für Heilpraktiker, aber auch für die staatlichen Stellen bindend, dass keine Genehmigung für die Praxis der spirituellen Heilung nach dem Heilpraktiker-Gesetz erteilt wird.

In der Karlsruher Grundsatzentscheidung wurde klar zwischen geistiger Heilung und Aktivitäten in der Heilpraxis oder Medizin unterschieden. Danach unterscheiden sich die Arbeiten der spirituellen Heiler besonders von denen der konventionellen Medizin oder Heilpraxis dadurch, dass die Arbeiten der spirituellen Heiler den Religionsriten ähnlicher sind als die der beiden anderen klassichen Heiler.

Vor diesem Hintergrund bleibt natürlich der Gedanke bestehen, dass ein spiritueller Heiler keine Diagnose stellt, keine Medikation verschreibt oder spezifische Symptome behandelt. Dennoch gibt es einen Tendenz, dass sich immer mehr spirituelle Heiler auf gewisse Krankheitserscheinungen oder Krankheitsbilder spezialisiert haben und dies auch in ihrer äußeren Erscheinung in der Werbung darstellen wollen. Allerdings durchdringt die in diesem Bereich durchgeführte Rechtsreform die in Deutschland aktiven Gemütsheiler nicht ganz, da das fragliche Recht vor allem auf niedergelassene Mediziner und Mediziner ausgerichtet ist.

Bei der Rechtsberatung beim Dachverband Geistiges Heilen e. V. fallen auf, dass vor allem die regionale Differenzierung in Deutschland klar nachvollziehbar ist. Überraschenderweise haben die meisten Gesundheitsbehörden in Süddeutschland eine sehr freizügige Sicht auf die Arbeit von Psychotherapeuten. Das betrifft vor allem die bayerische Gesundheitsbehörde. Umso weiter man sich geografisch nach Nord verlagert, desto deutlicher wird, dass die Gesundheitsbehörden dort meist eine sehr zurückhaltende rechtliche Sicht auf die zulässigen oder auch untersagten Aktivitäten von Heilpraktikern haben.

Auch die regionalen Differenzen sind vor allem in Ost-, aber auch in West-Deutschland augenfällig. Die Gesundheitsbehörden in Sachsens, Brandenburgs und Berlins können alle als "heilerfreundlich" eingestuft werden. Die Gesundheitsbehörden in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thueringen sind dagegen sehr viel vorsichtig. Als bevölkerungsreichstes Land in Deutschland hat Nordrhein-Westfalen eine sehr zurückhaltende und strenge Einstellung gegenüber Heilpraktikern.

Ein Glücksfall sind hier die Gerichtshöfe, denen die Grundsatz-Entscheidung vom 02.03.2004 recht bekannt ist und die oft eine liberalere Haltung gegenüber Heilerinnen eingenommen haben. Allerdings können die in Nordrhein-Westfalen aktiven Gesundheitsbehörden alle als eher zurückhaltend eingestuft werden. Besonders in der unmittelbaren Ansprache der Gesundheitsbehörden macht sich bemerkbar, dass sie die grundsätzliche Entscheidung vom 2. März 2004 oft missverstehen.

Zum Beispiel waren fast alle Gesundheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen der Meinung, dass das Thema nicht von der Entscheidung in Karlsruhe erfasst wurde, da es keinen ausdrücklichen Hinweis auf das Thema gibt. Warum ihre Gesundheitsbehörden eine solche Fehleinschätzung vorgenommen haben, hatte die Deutsche Gesellschaft für Gesundheit (DGH) e. V. damals die nordrhein-westfälische Staatsregierung gefragt.

Der Beschluss von 1999 hat gezeigt, dass es sich bei der Behandlung von Patienten mit reifem Haar um die Praxis der Medizin handelt. Das Rechtsreferat der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie e. V. konnte einigen beteiligten Reiki-Meistern aus Nordrhein-Westfalen behilflich sein, indem es die entsprechenden Entscheidungen der Gesundheitsbehörden auf dem Rechtswege angriff. Der Verwaltungsgerichtshof hat ein richtungsweisendes Urteil zum Themenkomplex Reichki gefällt, auf das sich inzwischen alle Gesundheitsbehörden in Nordrhein-Westfalen verlassen.

Auch in der Rechtsprechung in Düsseldorf wird die grundsätzliche Beurteilung des Bundesverfassungsgerichtes in Hinblick auf die individuellen spirituellen Heilmethoden, speziell im Bereich Reichskirche, richtig wiedergegeben. Was das Wirken von Geistheilerinnen und -heilern heute noch verdächtig ist, haben die Industrie- und Handelskammern, der Berufsverband für Gesundheitswesen und auch die privaten Krankenkassen schon lange als bezahlende Kundschaft erachtet.

Hier setzt sich die Deutsche Gesellschaft für Gesundheit (DGH) e. V. für eine höhere Instanz, allenfalls des Bundessozialgerichtes, ein, um die Lage für alle Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker abschließend und bindend zu klarstellen. Rechtspräventive Arbeiten führt die GDH e. V. so durch, dass ihre Angehörigen die Gelegenheit haben, im Kontext der kostenlosen Rechtsberatungsstunde besonders kritischen Rezepturen im äußeren Erscheinungsbild nachgehen zu können.

Das ist so bedeutsam, weil immer mehr Warnvereine erkennen, dass gerade Heilpraktiker zunehmend dafür Werbung machen, dass sie gewisse krankheitsbedingte Beschwerden mit gewissen mentalen Heilmethoden heilen können. Deutschland ist im europäischen Kontext im weltweiten Wettbewerb konsequent konservativ in Bezug auf die rechtliche Situation der Medizin.

So wurde die Deutsche Gesellschaft für Heilkunde e. V. bereits über den Fall informiert, dass Heilpraktiker, die die Methode der psychischen Heilung nutzen, von der deutschen Staatsanwaltschaft mit Durchsuchungsbefehl belästigt wurden, da der Verdacht auf einen Verstoß gegen das Heilpraktikerrecht bestand. Solche Prozesse werden in der Regel abgebrochen, aber der Schockeffekt, den eine strafrechtliche Untersuchung bei einem Heilpraktiker hervorruft, hat zur Folge, dass genau diese Heilpraktiker in andere Länder Europas, z.B. nach Deutschland, auswandern.

Die englische Sprache wird allgemein als das "Mutterland" der spirituellen Heilung erachtet. Dort sind die Heilpraktiker seit mehreren Jahrzehnten in großen Vereinen professionell aufgestellt und wirken fast natürlich in vielen Kliniken oder in Kooperation mit Praxen.

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