Heroinabgabe Zürich

Die Schweiz - Die kontrollierte Freisetzung von Heroin - eine Erfolgsgeschichte

Auch die ehemalige Bundesrätin Ruth Dreifuss, heute Präsidentin der Weltkommission für Drogenpolitik, wertet die Einführung der Herointherapie im Nachhinein als Erfolg. Methadon-Substitutionsprogramme und die Abgabe von Heroin wurden eingeführt, um zu verhindern, dass Süchtige bei der Beschaffung ihrer Substanz zu Kriminellen werden. Seitdem gibt es in der Stadt Zürich keine offene Drogenszene, obwohl es immer noch Süchtige gibt. Auch die ehemalige Zürcher Sozialchefin Emilie Lieberherr und der gesamte Chef der Stadtpolizei Zürich waren an der eher boshaften Wahlkampagne für die Fortsetzung der Heroinspende beteiligt. Die Stadt Zürich ist das erste Büro im.

Deutschland - Die gesteuerte Freisetzung von Heroin - eine Erfolgsstory

Mit der Lancierung des "Fixerstübli", wie die Abgabestellen bis heute allgemein bekannt sind, wurde auf ein miserables Bild in der Innenstadt von Zürich reagiert. In den späten 80er und frühen 90er Jahren machte die Drogen-Szene international Furore ("The Needle Parks "), zuerst am Ortplatzspitz und dann am Lettener Hauptbahnhof. Die Entscheidung der Eidgenossenschaft, 1993 eine praxisorientierte Arzneimittelpolitik mit medizinisch kontrolliertem Heroinausstoß einzuleiten, hat nicht nur in der Bourgeoisie, sondern auch in der ganzen Welt für Aufregung gesorgt.

Im Jahr 1994 eröffnet die Stadtverwaltung Zürich zwei Drug Delivery Points an der Badenerstraße und am See. Zu dieser Zeit wurden 70 drogenresistente Drogensüchtige mit Hilfe von Kochsalzlösung (Heroin oder Methadon) behandelt. Der Heroinlieferant war ein Panzerwagen. Das jährlich produzierte Pharmaheroin hatte damals bereits einen Gesamtwert von 200 Mio. CHF. Die schweizerische Arzneimittelpolitik wurde inzwischen mehrfach vom Volke bekräftigt und die Bürger lehnten den Widerstandskampf aus rechts-bürgerlichen Verbänden an der Wahlurne ab.

Zuletzt hatten im vergangenen Jahr 68% der Befragten für das neue Rauschgiftgesetz gestimmt. Von Beginn an ging es darum, offene Szenen zu schließen und die Freisetzung von Heroin zu kontrollieren. Unzählige Staatenvertreter wurden über die schweizerische Arzneimittelpolitik informiert, meistens durch inoffizielle Besuche. Doch die schweizerische Heroinabgabe hat nur wenige Imitatoren.

Sie wurde in Italien aus Kostengründen ausgesetzt und in Frankreich wurde die Staatsheroinabgabe eingestellt. Das Vier-Säulenprinzip der schweizerischen Arzneimittelpolitik gibt den Verfechtern Recht. Die Hardliner sind trotz eines breit angelegten Betäubungsmittelgesetzes nach wie vor besorgt über die gesteuerte Freisetzung von Heroin.

Mehr als zwei t pro Jahr werden in der Schweiz konsumiert.

Fotos von der Firma BernMost verbinden den schweizerischen Heroin-Markt immer noch mit dem Drogenproblem am Züricherplatzplatzspitz, oder mit der Heroinsteuer in den Grossstädten der Stadt. Allerdings ist nicht viel über den Verkauf und Verbrauch von Opioid in der ländlich geprägten Region der Schweiz bekannt. Mit einer neuen Untersuchung von Suchtschweiz, dem Kriminologischen Zentrum (ESC) der Uni-Lausanne und dem Institut für Sozial- und Präventionsmedizin (IUMSP) des Universitätsspital Basel soll nun diese Erkenntnislücke geschlossen und zum ersten Mal ein ländlicher Heroin-Markt am Beispiel des Kantons Waadt erhellt werden.

Die Studie untersuchte die Heroinqualität, die verbrauchten Quantitäten, die Marktstrukturen und den Finanzmarkt. "Damit wollen wir einen wichtigen Schritt zur weiteren Entwicklung der Arzneimittelpolitik und zur Unterstützung faktenbasierter Diskussionen leisten", erläutert auf Wunsch Dr. med. Frank Schobel, Vizedirektor der Suchtschweiz. Der Heroin-Markt im Waadtland zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

In der Regel gelangt es in gepreßten Verpackungen von 0,5 bis 1 kg in die Schweiz und hat einen Anteil an Reinheit von 40 bis 60 Prozent. Es wird bis zum Endkonsumenten drei- bis vierfach mit einer Mixtur aus Coffein und Peracetamol gedehnt. Seit mehreren Dekaden ist der schweizerische Markt für die albanische Maffia in den Händen.

Jedoch ist der Waadtländer Markt ein Sekundärmarkt: Ein grosser Teil des produzierten Tees wird von Konsumenten in Genève und manchmal auch im Kanton Bern gekauft und an Waadtländer Freundinnen und Bekannte wiederverkauft. Bei der Analyse der Abwasseruntersuchungen und der Zahl der Konsumenten zeigte sich, dass im Waadtländer Raum 205 kg Streckheroin pro Jahr verbraucht werden, was je nach Dosierung zwischen 1'300 und 2'800 Injektionsspritzen, Nasenspritzen oder Filmen pro Tag liegt.

Die Waadtländer Polizisten konfiszieren ausserdem jedes Jahr rund 18 Kilo des Heroins. Zählt man die Gesamtpopulation hinzu, beträgt die verbrauchte Heroinmenge in der ganzen Schweiz mehr als zwei Jahrestonnen. Dabei gehen die Autoren der Untersuchung davon aus, dass rund vier Mio. davon auf den Hauptmarkt der Albaner Maffia zurückzuführen sind, während der verbleibende Teil aus dem Weiterverkauf zwischen Endverbrauchern stammt.

Die Konsumenten wenden zwischen 400 und 1'700 Francs pro Monat für ihre Abhängigkeit auf. Im Gegensatz zu Zürich hat der Kanton Vaud keine staatliche Konsumküche und keine medizinisch überwachte Heroinsteuer. Ein Verzehrraum und eine gesteuerte Freisetzung von Heroin sollen in den kommenden Wochen in der Schweiz einführen. Damit gibt die Untersuchung viele Antwortmöglichkeiten auf bisher unbeantwortete Frage.

Beispielsweise die Fragestellung, wie die Heroin- und Extenderimporte erfolgen und inwieweit die verschiedenen im Bereich des Handels tätigen Gruppen zusammenarbeiten und in Konkurrenz zueinander stehen. In einer größeren landesweiten Untersuchung will er dies in Kürze genauer untersuchen. Im Moment fehlt es jedoch noch an finanziellen Mitteln, so der Vizedirektor von Sotschweiz.

Mehr zum Thema