Astrologie Häuser berechnen: Das Haussystem im Horoskop verstehen
Published on April 20, 2018
Wer ein Geburtshoroskop erstellen möchte, stößt schnell auf den Begriff der astrologischen Häuser. Die zwölf Häuser teilen den lokalen Himmel zum Zeitpunkt der Geburt in zwölf Sektoren. Sie zeigen, in welchen Lebensbereichen die Planeten ihre Wirkung entfalten. Anders als die Tierkreiszeichen, die etwas über den Charakter aussagen, beschreiben die Häuser die Lebensfelder: Identität, Geld, Partnerschaft, Beruf, Karriere und Freundschaften. Die Berechnung hängt nicht nur vom Geburtsdatum ab, sondern von der genauen Geburtszeit und dem Geburtsort.
Was sind astrologische Häuser?
Die zwölf Häuser sind ein festes Klassifikationssystem der Astrologie. Sie entstehen, wenn der Himmel am Geburtsort in zwölf Abschnitte unterteilt wird. Jeder Abschnitt steht für einen bestimmten Lebensbereich. Die Zuordnung der Planeten zu den Häusern zeigt, wo sich die Energien im Leben einer Person konkret bemerkbar machen.
Die Grundlage bildet der Tierkreis, der in zwölf Sternzeichen unterteilt ist. Die Häuser folgen einer ähnlichen Zwölferstruktur, beziehen sich aber auf den lokalen Himmel am Geburtsort. Deshalb verschieben sich die Häuser, wenn sich Geburtszeit oder Geburtsort ändern. Zwei Menschen mit demselben Geburtsdatum, aber unterschiedlicher Geburtszeit können völlig verschiedene Häuserstellungen haben.
Die vier Achsenpunkte: Aszendent, Deszendent, MC und IC
Die empfindlichsten Punkte im Horoskop sind die vier Achsen. Der Aszendent ist das Sternzeichen, das zum Zeitpunkt der Geburt im Osten aufsteigt. Er gilt als wichtigster Punkt für die Persönlichkeitsdeutung. Das Medium Coeli, kurz MC, markiert den höchsten Punkt des Horoskops und steht für Beruf und öffentliches Ansehen. Der Deszendent liegt dem Aszendenten gegenüber und betrifft Partnerschaften. Das Imum Coeli, kurz IC, ist der tiefste Punkt und steht für Herkunft und Privatleben.
Diese vier Punkte sind in jedem Haussystem gleich. Sie bilden das Grundgerüst, um das herum die zwölf Häuser angeordnet werden.
Die zwölf Häuser und ihre Themen
Die zwölf Häuser decken alle wesentlichen Lebensbereiche ab. Die ersten sechs Häuser betreffen vor allem die persönliche Entwicklung, die letzten sechs die Begegnung mit der Außenwelt.
- Haus 1: Persönlichkeit, Auftreten, körperliche Erscheinung
- Haus 2: Geld, Besitz, materielle Werte
- Haus 3: Kommunikation, Geschwister, nahes Umfeld
- Haus 4: Zuhause, Familie, Herkunft
- Haus 5: Kreativität, Liebe, Kinder
- Haus 6: Arbeit, Alltag, Gesundheit
- Haus 7: Partnerschaft, Ehe, enge Beziehungen
- Haus 8: Gemeinsame Werte, Transformation, Intensität
- Haus 9: Reisen, Bildung, Weltanschauung
- Haus 10: Karriere, Beruf, öffentliches Ansehen
- Haus 11: Freundschaften, Netzwerke, Ziele
- Haus 12: Rückzug, Unterbewusstes, Spiritualität
Die Häuser lassen sich in vier Quadranten zusammenfassen. Der erste Quadrant mit den Häusern 1 bis 3 steht für den menschlichen Organismus, erbliche Faktoren und unbewusste Reaktionsfähigkeiten. Der zweite Quadrant mit den Häusern 4 bis 6 betrifft Gefühle, geistige Reize und persönliche psychologische Erfahrungen. Der dritte Quadrant mit den Häusern 7 bis 9 behandelt Begegnungen mit der weiteren Umgebung und das Selbstverständnis in Beziehungen. Der vierte Quadrant mit den Häusern 10 bis 12 steht für das soziale Zusammenleben und den eigenen Anteil am gesellschaftlichen Dasein.
Welche Haussysteme gibt es?
Für die Berechnung der Häuser existieren verschiedene Verfahren. Zu den bekannten Methoden gehören das System nach Placidus, das nach Koch und das nach Campanus. Diese Systeme gehen auf Mathematiker, Kartografen und Astronomen zurück, die sich intensiv mit der Projektion des Himmels auf die Horoskopebene beschäftigten.
Die Systeme unterscheiden sich in der Art, wie sie den dreidimensionalen Himmel auf einen flachen Kreis projizieren. Das ist ein geometrisches Problem, für das es keine eindeutige Lösung gibt. Jedes System wählt einen anderen Ansatz, und die Ergebnisse weichen entsprechend voneinander ab.
Warum verschiedene Rechner unterschiedliche Ergebnisse liefern
Wer sein Horoskop mit verschiedenen Online-Rechnern erstellt, kann auf unterschiedliche Häuserstellungen stoßen. Ein Planet kann im einen System im siebten Haus stehen, im anderen im achten. Das liegt nicht an einem Fehler der Rechner, sondern an der Wahl des Haussystems.
Die Frage, welches System das genaueste ist, gehört zu den ältesten Debatten der Astrologie. Es gibt keine allgemein verbindliche Antwort. Wer Horoskope vergleicht, sollte deshalb darauf achten, dass alle Berechnungen mit demselben Haussystem erstellt wurden. Sonst lassen sich die Ergebnisse nicht sinnvoll gegenüberstellen.
So berechnen Sie Ihre Häuser
Eine manuelle Berechnung der Häuser ist aufwendig und erfordert umfangreiche mathematische Kenntnisse. Für die praktische Anwendung bieten sich kostenlose Geburtshoroskop-Rechner an. Ein Beispiel ist der Rechner von Astro-Seek. Er berechnet den Aszendenten, die Planeten in den Tierkreiszeichen und die Planeten in den Häusern.
Für die Eingabe benötigen Sie Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort. Viele Rechner bieten zusätzliche Einstellungen an, etwa für das Haussystem, Aspekte, Orbs, Mondknoten, Lilith, Chiron und Parallelen der Deklination. Das Ergebnis zeigt die Positionen von Sonne, Mond, Merkur, Venus und der weiteren Planeten in Zeichen und Graden.
Worauf Sie bei der Deutung achten sollten
Die Häuser sind nur ein Teil des Horoskops, aber ein zentraler. Sie zeigen, in welchen Lebensbereichen die Planeten wirken. Eine genaue Geburtszeit ist dafür unerlässlich. Schon wenige Minuten Unterschied können den Aszendenten und damit die gesamte Häuserverteilung verschieben.
Wer sich mit den Häusern beschäftigt, erkennt schnell, dass alle Lebensbereiche abgedeckt sind. Die Astrologie geht davon aus, dass alles miteinander verbunden ist. Die Häuser sind der Versuch, diese Verbindung zwischen den Ereignissen im Kosmos und dem einzelnen Menschen sichtbar zu machen. Sie sind ein Werkzeug der Deutung, keine Vorhersage mit Garantie. Die Interpretation bleibt immer eine individuelle Angelegenheit, die Erfahrung und Einfühlungsvermögen erfordert.