Wenn Sie mit Tarot anfangen oder einen neuen Tarot-Kartensatz suchen, wählen Sie Karten, deren Bilder Sie verstehen, deren Deutungen zu Ihren Büchern oder Kursen passen und die gut in der Hand liegen. Das beliebteste Deck ist nicht automatisch das passende für Sie.
Ein vollständiger Tarot-Kartensatz umfasst üblicherweise 78 Karten: 22 Karten der Großen Arkana und 56 Karten der Kleinen Arkana, verteilt auf vier Gruppen, die Farben heißen. Die Decks unterscheiden sich vor allem in ihren Bildern und in der Tarot-Tradition, nach der die Karten gedeutet werden.
Wählen Sie ein Tarot-System
Für den Einstieg ist das Rider-Waite-Smith-Deck häufig eine praktische Wahl. Auf seinen Karten der Kleinen Arkana sind meist ganze Szenen zu sehen. Diese Bilder helfen Ihnen, die Bedeutung einer Karte zu erschließen, auch wenn Sie sie noch nicht auswendig kennen. Viele Lernbücher beziehen sich auf dieses System.
Andere Traditionen setzen andere Schwerpunkte. Im Tarot de Marseille erscheinen die Zahlenkarten häufig als Anordnungen von Farbsymbolen. Wer damit arbeitet, achtet stärker auf Zahlen und Farben. Das Thoth-Tarot verwendet eigene Symbole und eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich gezielt mit diesem Ansatz beschäftigen möchten. Jedes System hat eigene Schwerpunkte und verlangt eine andere Herangehensweise.
Prüfen Sie vor dem Kauf, welches Deck Ihre Bücher, Kurse oder Videos erklären. Passen Lernmaterial und Deck zusammen, müssen Sie nicht ständig zwischen verschiedenen Bildwelten und Deutungen wechseln. Wenn Sie sich noch nicht festlegen möchten, bietet ein Rider-Waite-Smith-Deck einen gut unterstützten Einstieg.
Prüfen Sie die Bilder
Schauen Sie sich vor dem Kauf mehr als die Karten auf der Schachtel an. Die Karten der Großen Arkana zeigen oft besonders auffällige Motive. Wenn Sie regelmäßig Karten legen, ziehen Sie aber auch Zahlenkarten und Hofkarten aus den Kleinen Arkana, etwa Könige, Königinnen und Ritter. Achten Sie darauf, ob Sie die Figuren und Szenen auseinanderhalten können und ob Farben, Symbole und Schrift gut erkennbar sind.
Fragen Sie sich außerdem, ob die dargestellten Menschen und Lebenswelten Sie ansprechen. Das ist eine persönliche Auswahlhilfe, kein objektiver Qualitätsmaßstab. Ein Deck darf rätselhaft oder abstrakt sein, wenn Sie gerade diese Bildsprache erkunden möchten. Wenn die Bilder bei Ihnen kaum eigene Gedanken anregen, hilft auch ein schönes Thema wenig.
Lesen Sie das Begleitbuch
Ein beiliegendes Heft kann den Einstieg erleichtern, aber sein Umfang sagt wenig darüber aus, wie hilfreich es ist. Prüfen Sie, ob es die Karten dieses Decks erklärt und verständliche Bedeutungen bietet. Schauen Sie auch nach, ob es einfache Anordnungen der Karten zeigt. Manche Begleitbücher nennen Kartenbedeutungen, führen jedoch nicht Schritt für Schritt durch eine Deutung.
Lesen Sie vor dem Kauf eine Vorschau oder Beispielseite, falls der Verlag sie anbietet. Wenn die Erläuterungen knapp bleiben, ergänzen Sie sie durch ein Einsteigerbuch, das zur Bildsprache des Decks passt. Ein Ratgeber zum Rider-Waite-Smith-System passt nicht unbedingt zu Marseille-Karten.
Prüfen Sie Kartengröße und Haptik
Viele Tarotkarten sind etwa 7 × 12 Zentimeter groß, doch es gibt auch kleinere und größere Ausgaben. Größere Karten zeigen Details deutlicher, lassen sich aber nicht für jede Hand bequem mischen. Wenn Sie oft Karten ziehen oder mischen möchten, zählt die Handhabung ebenso wie die Illustration.
Je nach Ausgabe sind die Karten unterschiedlich biegsam und haben eine andere Oberfläche. Auf Produktfotos lässt sich das nur begrenzt erkennen. Sehen Sie sich nach Möglichkeit ein Video an, in dem jemand die Karten auffächert und mischt. Sie können auch nach Rezensionen suchen, die Größe und Gefühl der Karten beschreiben. Wenn Sie regelmäßig Karten legen und zwischen zwei Decks wählen, nehmen Sie das Format, das besser in der Hand liegt.
Testen Sie das Deck vor dem Kauf
Wenn Sie die Karten in einem Geschäft oder in einer ausführlichen Vorschau ansehen können, prüfen Sie mehrere Kartentypen. Prüfen Sie dabei fünf Dinge:
- Sehen Sie sich den Narren, den Tod und den Teufel an. Sind die Darstellungen für Sie nachvollziehbar und angenehm genug, um sich damit zu beschäftigen?
- Betrachten Sie mehrere Zahlenkarten der Kleinen Arkana. Erkennen Sie eine Szene oder sprechen Sie die Symbole an?
- Wählen Sie eine Hofkarte. Können Sie beschreiben, welche Stimmung oder Gedanken die Figur bei Ihnen auslöst?
- Lesen Sie einige Seiten des Begleitbuchs. Verstehen Sie die Erklärungen und passen sie zum Deck?
- Sehen Sie sich in einem Video oder einer Rezension an, wie groß die Karten sind und wie sie sich mischen lassen.
Die Probe hilft Ihnen einzuschätzen, ob Sie mit den Bildern und der Handhabung arbeiten möchten, sagt aber nichts darüber aus, ob ein Deck objektiv gut ist. Sie können die Karten nutzen, um über eigene Gedanken und Gefühle nachzudenken; für medizinische, finanzielle oder rechtliche Entscheidungen sind Ihre Deutungen jedoch keine verlässliche Grundlage.
Kaufen Sie Ihr erstes Deck selbst
Sie müssen nicht darauf warten, dass Ihnen jemand ein Tarot-Deck schenkt. Wählen Sie nach Lernmaterial, Bildsprache und Handhabung, und behalten Sie Ihr Budget im Blick: Ein teures Deck ist nicht automatisch leichter zu nutzen.
Nach dem Kauf können Sie eine Karte ziehen und notieren, welche Einzelheiten Ihnen zuerst auffallen und welche Fragen das Bild bei Ihnen auslöst. Manche Menschen stellen ihrem Deck dafür eine Reihe von Fragen. Diese Selbstreflexionsübung heißt Deck-Interview. Das ist ein freiwilliges Ritual und kein Test, der beweist, dass ein Deck eine eigene Absicht oder Persönlichkeit besitzt.