In einer Tarotlegung steht eine umgekehrte Karte auf dem Kopf. Je nach Karte und Legung kann sie die Deutung verändern. Sie kann auf eine Verzögerung, eine Blockade, einen inneren Vorgang oder einen Perspektivwechsel hinweisen.
Beziehen Sie die Karte auf die Frage, ihre Position und die Karten in ihrer Nähe. Eine Umkehrung ist eine mögliche Lesart, keine sichere Vorhersage.
Was umgekehrte Tarotkarten bedeuten
Eine umgekehrte Karte kann darauf hindeuten, dass das Thema der aufrechten Karte gerade stockt oder sich nur eingeschränkt zeigt. Die Karte steht dann etwa für eine Verzögerung oder eine Blockade. Das ist eine mögliche Deutung der aktuellen Situation. Daraus lässt sich nicht zuverlässig ableiten, wann etwas passiert.
Manche Lesende sehen darin einen Vorgang, der sich im Inneren abspielt und nach außen nicht sichtbar ist. Die fragende Person denkt dann etwa viel über das Thema nach oder trägt einen unausgesprochenen Konflikt mit sich. Daraus lässt sich jedoch nicht zuverlässig ableiten, was eine andere Person denkt oder fühlt.
Die Umkehrung kann auch zeigen, dass eine Eigenschaft der Karte zu stark, zu schwach oder aus dem Gleichgewicht ist. Eine umgekehrte Sechs der Kelche wird zum Beispiel in manchen Deutungen mit einer starken Beschäftigung mit der Vergangenheit verbunden. Eine umgekehrte Neun der Schwerter kann dagegen auf nachlassende Belastung hindeuten. Eine Umkehrung kann auch eine Bedeutung haben, die nicht negativ ist.
Eine weitere Möglichkeit ist, die Karte als Gegenpol zu ihrer aufrechten Bedeutung zu lesen. Die Methode ist einfach, erfasst die Bedeutung aber oft nur teilweise. Sie kann aber auch zeigen, dass sich dieselbe Eigenschaft anders äußert. Die auf dem Kopf stehenden Bilder dienen manchen Tarotlesenden als Anlass, die Symbole aus einem anderen Blickwinkel zu lesen. Diese persönliche Bildlesart folgt keiner festen Regel.
Wie Frage und Kartenposition die Deutung lenken
Dieselbe Karte kann je nach Frage und Kartenposition etwas anderes bedeuten. Steht die Karte an einer Stelle, die eine Stärke beschreibt, kann die Umkehrung darauf hindeuten, dass diese Fähigkeit gerade schwer zugänglich ist. An einer Stelle, die Hindernisse zeigt, kann sie auf etwas hinweisen, das den nächsten Schritt erschwert. Die Karten daneben geben zusätzliche Hinweise. Sie können eine Lesart stützen oder abschwächen. Außerdem können sie den Schwerpunkt verschieben.
Gehen Sie beim Deuten in dieser Reihenfolge vor:
- Klären Sie, was die Frage und die Position der Karte in der Legung bedeuten.
- Rufen Sie sich das Grundthema der aufrechten Karte in Erinnerung.
- Prüfen Sie, ob die Umkehrung eher auf eine Blockade, einen inneren Vorgang, eine übersteigerte oder abgeschwächte Eigenschaft oder einen Gegenpol hindeutet.
- Prüfen Sie anhand der Karten daneben, welche Möglichkeit am besten zur ganzen Legung passt.
Sagen Sie es als mögliche Deutung, zum Beispiel: „Das Thema könnte gerade schwer in Bewegung kommen.“ So bleibt offen, ob eine andere Lesart besser zum Kontext passt.
Wann Sie Umkehrungen nutzen
Nicht alle Tarotlesenden lesen umgekehrte Karten. Sie können sie berücksichtigen, wenn Ihnen diese zusätzliche Ebene beim Nachdenken hilft. Wenn Sie dadurch den Überblick verlieren, können Sie die Karten ohne Umkehrungen lesen oder zunächst nur die aufrechte Grundbedeutung betrachten.
Nutzen Sie die Karten als Denkanstoß, aber treffen Sie wichtige Entscheidungen nicht allein auf dieser Grundlage. Tarotkarten geben keine verlässliche Gewissheit über künftige Ereignisse. Der konkrete Zusammenhang gibt den Ausschlag dafür, welche Lesart zu einer umgekehrten Karte passt.