Die Karten nennen beim Tarotlegen kein verlässliches Kalenderdatum. Tarottraditionen ordnen Zahlen, Kartenfarben wie Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen sowie astrologischen Zeichen unterschiedliche Zeiträume zu. Lesen Sie die Karten deshalb als Hinweise darauf, wie schnell etwas vorangeht, in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen.
Legen Sie vor dem Ziehen fest, welchen Zeitraum Sie betrachten und wie Sie die Karten deuten. So ändern Sie die Regeln nicht nachträglich, um zu einem gewünschten Ergebnis zu kommen.
Fragen Sie nach dem nächsten Schritt
Eine Frage wie „Wann passiert es?“ verlangt eine genaue Frist. Aus einer Karte lässt sich diese nicht zuverlässig ableiten. Fragen Sie lieber, was das Tempo beeinflusst oder woran Sie eine Entwicklung erkennen. Zum Beispiel: „Was kann ich in den nächsten vier Wochen beobachten?“ oder „Was sollte geschehen, bevor der nächste Schritt möglich wird?“
Notieren Sie den Zeitraum vor der Legung. Ein festes Zeitfenster grenzt Ihre Frage ein, garantiert aber kein Ereignis innerhalb dieser Spanne. Bei verbindlichen Terminen, Fristen oder wichtigen Entscheidungen verlassen Sie sich auf Kalender, Vereinbarungen und verlässliche Auskünfte.
Wählen Sie eine Zeitmethode
Wenn Sie neu beim Tarot sind, lässt sich das Tempo oft leichter deuten als ein genaues Datum. Manche Lesarten verbinden Stäbe mit rascher Bewegung, Schwerter mit schnellen Entscheidungen, Kelche mit allmählicher Entwicklung und Münzen mit langsamem Aufbau. Nicht alle Tarot-Lesarten verwenden diese Deutungsregeln. Nutzen Sie sie als Hinweise auf den Verlauf und legen Sie vorher fest, was die Kartenfarben in Ihrer Lesart bedeuten.
Auch die Zuordnung der Kartenfarben zu den Jahreszeiten hängt von der Tradition ab. In einem verbreiteten Schema stehen Stäbe für Frühling, Kelche für Sommer, Schwerter für Herbst und Münzen für Winter. Andere Tarotquellen ordnen Kelche dem Frühling und Stäbe dem Sommer zu. Wählen Sie ein Schema und bleiben Sie während der Deutung dabei. Die Jahreszeiten unterscheiden sich außerdem je nach Region: Manche Zuordnungen beziehen sich ausdrücklich auf die Nordhalbkugel.
In einem selbst gewählten System können Zahlen beim Zählen helfen. Eine Fünf könnte zum Beispiel für fünf Tage, Wochen oder Monate stehen. Die Zahl allein sagt nicht, welche Einheit gemeint ist. Legen Sie diese vor dem Ziehen fest und verstehen Sie das Ergebnis als grobe Orientierung, nicht als berechnete Frist.
Bei astrologischen Zuordnungen verbinden Sie Karten mit Tierkreiszeichen oder Planeten und leiten daraus Zeiträume ab. Dafür brauchen Sie ein bestimmtes astrologisches Tarot-System. Wenn Sie damit noch nicht vertraut sind, beginnen Sie lieber mit Tempo und Reihenfolge, statt einer Karte spontan ein Kalenderdatum zuzuweisen.
Lesen Sie den Verlauf
Mit drei Karten können Sie den Verlauf betrachten, statt nach einem genauen Zeitpunkt zu fragen. Ziehen Sie die Karten für diese Positionen:
- Was prägt die Situation gerade?
- Welcher nächste Schritt oder Auslöser ist erkennbar?
- Was kann ich anschließend tun?
Deuten Sie die Karten gemeinsam. Wenn eine Karte für Sie auf langsames Tempo hinweist, kann sie einen notwendigen Aufbau anzeigen. Fragen Sie dann, welcher konkrete Schritt diesen Aufbau sichtbar macht. So können Sie etwas Beobachtbares festhalten, statt ein vages Datum zu nennen.
In manchen Deutungssystemen stehen Hofkarten eher für beteiligte Personen. Die Großen Arkana stehen dort eher für zentrale Themen oder Entwicklungen, die sich schwer auf eine kurze Frist begrenzen lassen. Sie müssen deshalb nicht jede Karte in Tage oder Monate umrechnen.
Halten Sie die Deutung fest
Notieren Sie nach der Legung Ihre Frage. Ergänzen Sie den Zeitraum und die gewählte Methode. Schreiben Sie auch auf, woran Sie eine Veränderung erkennen, und legen Sie einen Termin fest, an dem Sie Ihre Notizen prüfen. Wenn bis dahin nichts Beobachtbares passiert ist, halten Sie das fest. Verlängern Sie den Zeitraum nicht nachträglich und deuten Sie die Karte nicht um.
Ein Tarot-Tagebuch hilft Ihnen, Ihre Deutungsregeln über mehrere Legungen hinweg beizubehalten. So sehen Sie auch, ob Sie Hinweise auf Tempo und Handlung leichter einordnen können als vermeintlich genaue Zeitangaben.