Wenn Sie Tarot- oder Lenormandkarten lernen, begegnen Ihnen viele Stichwörter und Deutungen. Schauen Sie sich zuerst die Karte an und schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Rufen Sie die Bedeutung später aus dem Gedächtnis ab. Vergleichen Sie Ihre Notizen erst danach mit einer ausgewählten Quelle.

Beim Tarot achten Sie auf Details im Kartenbild und lernen verschiedene Bedeutungsebenen kennen. Beim Lenormand lernen Sie außerdem, Kartenpaare und kurze Reihen zusammenzulesen. Üben Sie beide Systeme getrennt und halten Sie ihre unterschiedlichen Traditionen auseinander.

Tarot und Lenormand getrennt lernen

Lernen Sie jeweils mit einem Kartensystem und einer festgelegten Referenz. Ein Tarotdeck, also ein Satz Tarotkarten, hat meist 78 Karten; das klassische Petit Lenormand umfasst meist 36 Karten. Decks und Deutungstraditionen unterscheiden sich jedoch. Schreiben Sie deshalb auf, welches Deck und welche Referenz Sie verwenden. Wenn zwei Quellen eine Karte unterschiedlich erklären, halten Sie die Varianten getrennt fest, statt eine davon stillschweigend zur einzig gültigen Bedeutung zu machen.

Gehen Sie bei jeder kurzen Übung gleich vor: Betrachten Sie die Karte und notieren Sie aus dem Gedächtnis, was Ihnen dazu einfällt. Danach schlagen Sie die Bedeutung nach und wiederholen die Übung später. Für den Anfang reicht eine Karte. Wenn Sie mit kleinen Übungen sicherer werden, wählen Sie eine kurze Legung mit festgelegten Positionen. So lernen Sie nach und nach sowohl die Karte als auch die Wirkung des Zusammenhangs kennen.

Tarot über Bilder lernen

Schauen Sie sich eine Tarotkarte zuerst genau an, bevor Sie ein Buch oder Ihre bisherigen Notizen öffnen. Beschreiben Sie, was tatsächlich zu sehen ist: Figuren, Gegenstände, Farben, Blickrichtungen und die Anordnung im Bild. Trennen Sie diese Beobachtungen von Ihrer persönlichen Assoziation. „Die Figur hält einen Stab“ beschreibt ein Bilddetail; „die Figur wirkt entschlossen“ ist bereits eine Deutung.

Schreiben Sie danach ein kurzes Kernwort auf. Notieren Sie auch, welche hilfreichen oder herausfordernden Seiten die Karte für Sie haben kann. Die Bedeutung einer Karte kann sich je nach Frage ändern. Halten Sie deshalb auch fest, was ihre Position in einer Legung verändert. Eine Position wie „Herausforderung“ lenkt die Lesart anders als eine Position wie „Ressource“.

Ein Tarot-Eintrag kann diese Felder enthalten:

Feld Was Sie notieren
Bildbeobachtung Sichtbare Figuren, Symbole und Anordnung
Erste Assoziation Ihr spontaner Eindruck, getrennt von tradierten Bedeutungen
Kernwort Ein kurzes Stichwort aus dem Gedächtnis
Weitere Facetten Unterstützende und herausfordernde Lesarten
Kontext Frage, Position und Veränderung der Deutung
Abgleich Ergänzungen aus Ihrer gewählten Referenz

Notieren Sie nicht jedes mögliche Stichwort. Wählen Sie zunächst nur einige aus, die Sie erklären können. So sehen Sie, worauf Ihre Deutung beruht und welche Bedeutung Sie später tatsächlich aus dem Gedächtnis abgerufen haben.

Lenormand mit Kombinationen üben

Beim Lenormand gehört die Verbindung zwischen den Karten zum Lernen dazu. Notieren Sie zunächst das Kernwort jeder Karte einzeln. Formulieren Sie danach in einem Satz, was das Paar gemeinsam aussagen könnte. Prüfen Sie auch die umgekehrte Reihenfolge: In manchen Deutungstraditionen verschiebt sie die Betonung. Das ist eine Übung zum Vergleichen, keine für alle Leseschulen verbindliche Regel.

Steigern Sie den Umfang schrittweise. Eine einzelne Karte eignet sich, um Bild und Kernwort kennenzulernen. Ein Paar lässt Sie die Verbindung zweier Bedeutungen üben; eine Dreierreihe ergänzt eine weitere Karte. Legungen mit mehr Karten bringen zusätzliche Regeln und Zusammenhänge mit sich. Nutzen Sie sie erst, wenn Sie gezielt eine bestimmte Methode zum Auslegen der Karten lernen möchten.

Halten Sie bei jeder Kombination fest, was zur Einzelkarte gehört und was erst beim Zusammenspiel entsteht. Wenn eine Quelle eine Kombination anders auslegt, schreiben Sie die abweichende Lesart separat auf. Damit lernen Sie nicht nur einzelne Deutungen, sondern erkennen auch, welche Regeln Ihre gewählte Tradition verwendet.

Ein Tarot- und Lenormand-Journal führen

Mit einem Journal können Sie später nachvollziehen, was Sie gelernt haben. Notieren Sie zu jeder Übung das Datum und das verwendete System. Halten Sie auch fest, welches Deck Sie verwendet haben, welche Frage Sie gestellt haben und in welcher Reihenfolge die Karten lagen. Schreiben Sie Ihre erste Deutung auf und markieren Sie offene Punkte. Bewahren Sie den ursprünglichen Wortlaut auf. Fügen Sie Ihre Rückschau später mit einem neuen Datum hinzu, statt die erste Deutung nachträglich umzuschreiben.

Formulieren Sie Fragen so, dass Sie später etwas Konkretes überprüfen können. Bei einer unklaren Frage wie „Wie wird mein Leben laufen?“ fällt es leicht, fast jedes Ereignis als Bestätigung zu lesen. Ein begrenztes Übungsthema macht den Rückblick hilfreicher. Notieren Sie dabei auch, welche Teile Ihrer Deutung vage waren oder sich auf bekannte Tatsachen stützten.

Das Journal zeigt, wie Sie Karten verstehen und welche Deutungen Sie wiedererkennen. Es belegt für sich genommen nicht, dass Karten zukünftige Ereignisse zuverlässig vorhersagen. Behandeln Sie symbolische Anregungen deshalb nicht als Ersatz für überprüfbare Informationen oder qualifizierte Beratung bei wichtigen Entscheidungen.

Tarot- und Lenormandkarten regelmäßig abfragen

Lesen Sie Ihre Notizen nicht nur erneut. Decken Sie die Erklärung ab und sehen Sie sich die Karte an. Rufen Sie zuerst Ihre Kernwörter aus dem Gedächtnis ab, bevor Sie prüfen, was Sie vergessen oder verwechselt haben. Sich selbst abzufragen und den Stoff mit zeitlichen Abständen zu wiederholen, hilft beim Lernen allgemein. Die Forschung dazu bezieht sich jedoch nicht speziell auf Tarot- oder Lenormandkarten.

Als Startpunkt können Sie eine Karte am Lerntag und dann mit Abstand erneut abfragen, zum Beispiel nach einigen Tagen und später noch einmal. Diese Abstände sind ein praktischer Vorschlag, kein wissenschaftlich festgelegter Idealplan für Karten. Wiederholen Sie unsichere Karten öfter und solche, deren Kernwort Sie sicher abrufen, seltener.

Bei Lenormand fragen Sie neben den Einzelkarten auch die Paare ab. Notieren Sie zunächst die getrennten Kernwörter und bilden Sie dann aus dem Gedächtnis eine gemeinsame Aussage. Vergleichen Sie erst danach Ihre Antwort mit dem Journal oder Ihrer Referenz. So üben Sie sowohl das Erinnern als auch das Verbinden der Karten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert