Wenn Sie Ihr erstes Tarotdeck suchen, fällt Ihnen der Einstieg mit dem Rider-Waite-Smith leichter: Viele Bücher und Kurse erklären seine Bilder. Ein künstlerisch gestaltetes Deck passt besser, wenn Ihnen dessen Bilder mehr zusagen und Sie deshalb regelmäßig damit üben möchten.

„Kunst-Deck“ bezeichnet keine eigene Tarot-Tradition. Manche Decks greifen die vertrauten Motive des Rider-Waite-Smith auf, andere folgen dem Tarot von Marseille oder dem Thoth-Tarot. Prüfen Sie zuerst, welche Bilder das Deck zeigt und welcher Tarot-Tradition es folgt. Entscheiden Sie dann nach Ihrem Geschmack.

Was das Rider-Waite-Smith bietet

Das Rider-Waite-Smith-Tarot umfasst 78 Karten: 22 Große Arkana und 56 Kleine Arkana. Die 22 Karten der Großen Arkana zeigen zentrale Figuren und Motive wie den Narren oder die Hohepriesterin. Bei den 56 Karten der Kleinen Arkana zeigen neben den Hofkarten auch die nummerierten Karten Szenen. Eine Karte zeigt dann eine bestimmte Zahl von Kelchen und eine Situation, die beim Nachdenken über ihre Bedeutung helfen kann.

Diese Bildgestaltung geht auf die Künstlerin Pamela Colman Smith zurück. Der Gelehrte Arthur Edward Waite gab die Richtung des Decks vor, Smith illustrierte die Karten. Die Szenen auf den Karten der Kleinen Arkana prägten viele spätere Tarot-Decks. Wer mit einem ähnlichen Deck lernt, findet deshalb oft passende Erklärungen in Büchern oder Kursen.

Der Vorteil: Viele Bücher und Kurse erklären dieselben Bilder. Das bedeutet nicht, dass es nur eine richtige Deutung gibt. Auch bei einem klassischen Deck entwickeln Lesende eigene Assoziationen. Die Karten eignen sich als Anstoß zur Reflexion; sie liefern keine verlässlichen Vorhersagen.

Was ein Kunst-Deck verändert

Ein Kunst-Deck kann dieselben Tarot-Motive in einer anderen Farbwelt, mit anderen Figuren oder in einem ganz eigenen Stil zeigen. Manche Künstlerinnen und Künstler übernehmen die RWS-Szenen weitgehend. Andere gestalten die Karten als eigene Antworten auf traditionelle Bilder. Der Begriff allein verrät also nicht, wie leicht sich ein Deck mit bekannten Erklärungen lernen lässt.

Achten Sie besonders auf die nummerierten Karten der Kleinen Arkana. Wenn etwa die Karten der Schwerter als konkrete Szenen dargestellt sind, ähnelt das Deck in diesem Punkt dem Rider-Waite-Smith. Sind dort vor allem Symbole in einer Reihe angeordnet, müssen Sie sich stärker an Zahlen, Farben und eigenen Assoziationen orientieren. Beide Varianten lassen sich lesen, aber die Erklärungen dazu können sich unterscheiden.

Wenn Ihnen die Bilder eines Decks gefallen, greifen Sie wahrscheinlich lieber danach und schauen sich die Karten genauer an. Das kann bei der Auswahl wichtiger sein als die Tradition, der das Deck folgt. Eine objektive Rangliste der schönsten Decks gibt es nicht.

So vergleichen Sie zwei Decks

Worauf Sie achten Rider-Waite-Smith oder RWS-nahes Deck Eigenständiges Kunst-Deck
Lernmaterial Erklärungen passen oft direkt zur Bildsprache Prüfen Sie, ob Ihr Buch oder Kurs dasselbe System verwendet
Kleine Arkana Häufig mit erzählenden Szenen bebildert Je nach Deck szenisch, symbolisch oder abstrakt gestaltet
Gestaltung Vertraute Motive, auch in modernen Varianten Größere gestalterische Freiheit
Begleitbuch Umfang und Inhalt hängen von der Ausgabe ab Begleitmaterial kann eigene Deutungen erklären

Blättern Sie zur Beurteilung durch möglichst viele Karten, vor allem durch die nummerierten Karten der Kleinen Arkana, statt sich auf die Verpackung oder die Große Arkana zu beschränken. Fragen Sie sich zum Beispiel bei den Kelchen, ob Sie in den Bildern erkennbare Situationen finden, an die Sie beim Lernen anknüpfen können.

Vergleichen Sie außerdem das Begleitbuch mit Ihrem Lernmaterial. Nennt der Verlag Rider-Waite-Smith, Marseille, Thoth oder eine eigene Tradition? Wenn die Angabe fehlt, helfen Kartenbeispiele und Buchtexte weiter. Je nach Ausgabe unterscheiden sich Kartengröße und Heftumfang, und auch die Sprache fällt unterschiedlich aus. Prüfen Sie diese Angaben, wenn Sie ein bestimmtes Format oder eine ausführliche Einführung suchen.

Welches Deck passt zu Ihnen?

Wenn Sie neu beim Tarot sind und mit Büchern oder Kursen lernen möchten, wählen Sie ein klassisches Rider-Waite-Smith-Deck oder eine künstlerische Ausgabe, die dessen Bildsprache weitgehend beibehält. So können Sie Erklärungen leichter mit den dargestellten Motiven abgleichen.

Ein freier gestaltetes Deck ist ebenfalls eine Option, wenn Sie es deutlich lieber mögen. Prüfen Sie, ob das Begleitbuch die Symbolik erklärt und ob Sie mit der Bildsprache arbeiten möchten. Ein Deck aus einer anderen Tarot-Tradition ist nicht zwangsläufig schwieriger; oft brauchen Sie dafür die Erklärungen, die speziell zu diesem Deck gehören.

Nutzen Sie Tarot für persönliche Reflexion. Leiten Sie daraus keine medizinischen, finanziellen oder rechtlichen Entscheidungen ab. Bei solchen Fragen sind fachliche Beratung und verlässliche Informationen maßgeblich.

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